salsa dynamite from a new generation

bei surfen ist der mensch ja meist unterwegs wie ein zugpferd, und zwar auf ausgetretenen pfaden. zumindest geht es mir meist so. doch ab und an schleichen sich veränderungen in die virtuellen bewegungsmuster, und ich entdecke, im wahrsten sinne des wortes völlig neue seiten.

so geschehen vor einiger zeit, wobei die seite selbst jetzt auch nicht sooo erwähnenswert war, deswegen bin ich mal so dreist und tue es auch nicht. doch innerhalb des artikels fand sich der name der band `the new generation´. da ich komischerweise auf sechziger/ siebziger latin-bands mit englischem namen irgendwie immer sofort anspringe, war natürlich sofort mein interesse geweckt …ich habe dann auf altbekannten blogs und in gängigen foren recherchiert, und die besprochene band gefunden.

das album welches ich entdeckt habe ist wahrlich eine große nummer. ähnlich wie das zuletzt besprochen orquesta narvaez album ist der sound definitiv salsa bruta vom allerfeinsten.

als kurzer einwurf, ich entferne mich in diesen besprechungen von dem terminus der salsa dura etwas, da dieser 1. momentan ziemlich inflationären gebrauch findet, und 2. der begriff salsa bruta doch das was da passiert ganz treffend beschreibt.

anverso

um mit dem cover zu beginnen, das artwork ist meines erachtens sehr nice, und reiht sich etwas in den psychedelischen flash der orquesta narvaez produktion. produziert wurde das gute stück allerdings nicht von joe cain, sondern vom guten tony pabon! ja ja, der alte posaunenrocker hat sich hier mal richtig ausgetobt.

und das hat er im wahrsten sinne des wortes getan,die tumbaos grooven wie hölle und die bläsersätze schmettern in schönster 70er manier daher. garniert wird das ganze von drei smooven bolero/ latinsoul nummern. den grundsatz alben die mit einem bolero beginnen seien von sich aus schlecht, widerlegt agitando komplett da es mit der wunderschönen latinsoul/ boleronummer `i’m no fool´ startet. und dieser tune ist auf jeden fall ein hammer, schon textlich widerspricht er der schmusigen atmosphäre die er musikalisch kreiert. einfach großartig wie auf dem gefühlvollen latinsoul von ablehnung der begierden des weiblichen counterparts gesungen wird. man(n) sei ja schließlich `no fool´.

in dem song `maldita negra´ beschreibt der sänger eines der klassischen temen der latin-lyrik, den betrug durch die frau seines herzens. was jedoch nicht 0815 daher kommt sind die maßnahmen die der sänger als protagonist des dramas ergreift. so singt er z.B. `la voy a romper la cabeza´ (ich werde ihr den kopf einschlagen) und dergleichen radikales mehr.

wobei man sagen muss, dass die dargestellte geschichte in der die frau alle habseligkeiten des protagonisten an der nächsten strassenecke verhökert, nachdem sie ihn nach strich und faden betrogen hat, auch wirklich bitter ist.

ein weiteres highlight des gänzlich gelungenen albums ist der song `se sufre´ . thematisch geht es um das ewige leiden der späten einsicht. das man zu spät erkannt hat wenn man sich falsch entschieden hat, und vor allem den fehler gemacht hat eine andere liebe zu verlachen.. auf einem derben groovy guaguanco gewinnt diese leidensgeschichte nicht nur an tiefe, sondern auch an emotionalem gewicht. der song macht den weltschmerz des sängers regelrecht auf der tanzfläche erfahrbar.

wunderschön auch die vibraphon-swingbolerochas `triste sueno´ und `un minuto´. ich stehe ja total auf boleros, langsame cha chas und valses, damit haben die jungs mich also um den letzten rest kritischer distanz gebracht.

also ihr seht ich bin begeistert. die brutalen konfliktlösungsansätze des sängers in `maldita negra´ finde ich natürlich problematisch, aber das album bleibt ein killer.

paz y rumba

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