antilliaanse feesten hoogstraten 2008

das  wochenende vom 08.08 bis zum 10.08.2008 war für mich einer der höhepunkte dieses jahres, und wird schwierig zu toppen sein. ich sage mal ganz dreist: komme was wolle!

ich war, wie ja schon angekündigt,  zusammen mit drei freunden auf dem antilliaanse festen in hoogstraten belgien. und es war sogar noch besser als ich erwartet hatte. allerdings auf eine andere art und weise.

hatte ich vorher assoziationen zum festival in richtung salsa exodus gehabt, wurde mir bei genauerem studium des line ups schnell klar, dass dies wohl nur bedingt zutreffen würde.

das war dann auch so, und im nachhinein war das auch gut so…

unsere fahrt nach belgien begann ganz entspannt am freitag nachmittag mit vorfreudigem einkaufen, letzte sachen packen, und überlegungen wie: nehmen wir das beach ball set jetzt mit? haben wir alles zum grillen? brauchen wir wohl hängematten? solche gedanken machen doch mal spaß!

die fahrt war dementsprechend entspannt und mit dreieinhalb stunden im vw-bulli auch nicht übermäßig lang.

am orte des geschehens angekommen, fuhren wir durch das dorf hoogstraten und begegneten schon vor der dorfkirche der ersten weißen stretchlimo und einem stretchhummer. safe und guter dinge wurden wir durch kleine gelbe schildchen zum festivalgelände/-campsite geführt. bevor wir jedoch dort ankamen, mussten wir eine stunde auf den einlaß warten, da sich die autos auf den straßen zwischen den äckern und wiesen zum campingplatz natürlich zurückstauten. dort bekamen wir gleich den ersten eindruck vom flair dieser veranstaltung, viele autos mit offenen türen in der schlange, menschen jeglicher nationalitäten am rum trinken, spliffs rauchen und mit dem vorder- oder hintermann/frau ein schwätzchen haltend.

auf dem festivalcampsite angekommen, wurde klar was das regenwetter dieses gloriosen sommers mit ackern so veranstalten kann, und vor allem was hunderte von autos dazu noch beitragen.

auf den wegen zwischen zelten und campern war schlammschlacht supreme angesagt!

nach einer kurzen mentalen vororteinrichtungs- und vorbereitungsphase zogen wir auch direkt los unsere tickets zu holen um schnell aufs festival zu kommen.

den ersten künstler den wir gesehen haben, war chichi peralta, mit dem ich diverse momente meiner teenie-zeit verbinde, die ich knutschend, kuschelnd or whatever zu amor narcotico, procura, … verbracht habe. doch leider war die band mit technischen problemen gestraft, so dass die stimmung etwas getrübt war und das konzert nur schleppend in gang kam. es gab ein nettes videointro, das jedoch etwas unvermittelt abbrach als chichi und band auf die bühne kamen. auch sonst wurde viel mit videoprojektion gearbeitet, was die stimmung aufgrund der technischen probleme nicht steigerte.

dennoch war es ein netter start von einem held meiner jugend, mit altbekannten melodien. gefreut hat mich der umgang des ungestressten chichis mit dem publikum. als mehrere latinas die bühne enterten, hat er zum teil die securitys beiseite getanzt umd mit den mädels abzugehen.

die republica dominicanafahnen die sie hier unten schwenken, warem auf dem gesamtem festival übrigens programm, doch dazu später mehr.

nach diesem gig auf der hauptbühne, sind wir weiergezogen zur jokerstage. dort gab es david calzado y su charanga habanera. ich hatte die jungs weder live oder bei youtube, o.ä. gesehen, und wusste also nicht was mich erwartete (salsa cubana ist halt nicht sooo meins).

da ich ja in erwartung guter salsa zu dem festival gefahren war, wurde diese vorfreude hier direkt das erste mal bestätigt. die band um david calzado, hat mit den beiden zwei zusätzlichen frontmännern eine boybandähnliche performance gerockt, die musikalisch und stimmungstechnisch keine fragen offen gelassen hat.  hier ein kurzer mitschnitt der show ….

wir haben dementsprechend ausgelassen getanzt und uns von der band beglücken lassen.

zwischendurch sind, sozusagen im vorbeifliegen, an der cahier club stage vorbei gezogen wo die small axe soca band aufgetrete ist. dies ist eine band aus st. kitts die eine echte nette reggae, dancehall und eben socashow mit vier mc’s(!!) und sängern gebracht hat. die soca nummern waren live echt nice, und haben die leute gut zum schwitzen gebracht, aber ein wahrer segen wahren ihre reggaetunes, die durch den guten sänger und die mc’s richtig fetten groove entwickelt haben. auf der anlage kommen die jungs nicht mal einen bruchteil so gut rüber wie in realitas. hier ein beispiel ihrer aufnahmen, der song ist echt nett zu hören und groovt, aber live ist es einfach zehnmal besser.

smallaxe band – naughty shaughty

und dann kam das erste große highlight des festivals, was ich gestehen muss mir erst nach bzw. während deren show klar wurde.

ich hatte von machel montano nur sporadisch hier und da mal was gelesen, war aber von meinem lieben freund jr.decker auf soca regelrecht gestoßen worden, so das ich mich mit vorfreude zur hauptbühne zu diesem konzert aufgemacht habe.

abgesehen davon, dass vor der bühne c.a. 3500 menschen wie wild gerockt haben, waren die jungs und mädels auch noch extrem smart unterwegs. und sie haben auf der bühne ein feuerwerlk agebrannt, dass die masse nach nur einem halben song getobt hat, und wenn ich sage die masse, dann trifft das die erfahrung auf den kopf. um mich herum hüpften, sprangen und wippten die leute wie verrückt. ich kam mir vor als wäre ich auf einer siegesfeier nachdem trinidad tobago die wm gewonnen hat!

beeindruckend war, wie die drei auf er bühne die masse im griff hatten, sie beherrscheten das spiel `calm down&heat up´ perfekt, so dass die peformance und das publikum immer extatischer wurde. hier ein kleiner eindruck aus der menge …

das war soca’n roll auf’s härteste. hier noch ein nicer tune von machel montanos neuem album flame on. der song heißt defense (the anthem), und wie der name verrät singt machel auf dem bekanntem anthem riddim, allerdings tut er dies hier zusammen mit pittbull und lil jon, was der clubtauglichkeit keinesfalls abträglich ist.

Defense (The Anthem) ft Lil Jon and Pitbull

auf unseren wegen über das riesige und gut aufgeteilte festivalgelände mussten wir über eine art stegsystem laufen, da es an den vorherigen tagen in strömen geregnet hatte. die veranstalter hatten planken und bretter ausgelegt, damit mann, und wohl vor allem highbeheelte frau, nicht durch den zum teil knöcheltiefen matsch waten musste. das festival an sich war sehr gut organisiert, und bis auf den stromausfall bei chichi und einige fluiditäten im line up (sprich konzertkalender) , ist mir kein organisatorisches problem, engpass oder ärgerniss aufgefallen, dass die veranstalter zu verschulden gehabt hätten. eher im gegenteil, die flasche wasser, bier, oder weitere softdrinks waren mt einem bong á 1,60 zu humanem preisen erstehbar. es gab  auch eine riesige auswahl an essens- und sonstigen verkaufszelten.

in der mitte des platzes, stand eine art hauptzelt mit theken und stehtischen in dem auch sideacts aufgetreten sind. es gab auch einen luxusspot, an dem zigarre, champagner und andere exklusive konsumgüter an den mensch gebracht wurden.

da dort aber irgendwie nicht so die stimmungskanonen versammelt waren, sind wir da nicht so lang geblieben, sondern sind zurück richtung mainstage. dabei sind wir an besagtem hauptzelt vorbeigekommen und haben einen der sideacts gesehen, und zwar die latin culture brass band.

und das war mal wieder etwas völlig unerwartet gutes.

diese band besteht aus 16-22 jährigen jungs aus der republica dominicana und curacao, die alle in belgien leben. sie spielen asambeho, einen aus aruba stammenden sound, der viele verschieden karibische stile zusammenführt. hier ein älterer konzertmitschnitt:

latin culture brass band

die formation nennt sich marching-band da sie ihre instrumente in sambatruppen manier vor dem körper oder in den händen tragen. geführt wurden sie von dem smartie mit schwarzem basecap, der das ganze resolut gemanaged hat, und vor allem zwischendurch fast schon usheresque tanzeinlagen geliefert hat.

und dann kam der zweite höhepunkt des abends, son de cali. da grupo galé scheinbar abgesagt hatte sind son de cali am freitag und am samstag aufgetreten. und der auftritt am freitag war großartig.

die bühnenpräsenz des sängers war schon ziemlich beeindruckend. natürlich haben sie ihre großen hits gespielt und die mitsingende masse glücklich in die nacht geschickt, uns eingeschlossen. nachdem wir über zwei stunden durchgetanzt hatten, sind wir zerrockt und zufrieden zum bulli gewankt.

nach einer relativ kurzen nacht, mit tiefem schlaf, bin ich durch nette bachata sounds unserer nachbarn geweckt worden.

hier mit meiner tanzpartnerin anja direkt nach dem aufstehen …

immer noch ziemlich zermatscht, habe ich mich mit nikolaus auf den weg zu den duschen gemacht, was zu einer ziemlich surrealistischen kulturellen reise wurde.

auf dem weg durch den campsite, auf dem sich ca. 4000 – 5000 leute (vornehmlich latinos) getummelt haben, sind wir auf einer der avenidas principales in ein transkaribisches paralleluniversum gebeamt worden.

die straße war gesäumt von kleinen wohnmobilen, mit flaggen aus aruba, der dominikanischen republik und curacao, vor denen lauter afrokaribische papis saßen die domino gespielt haben. daneben saßen die dazugehörigen mamis, und haben sich die fußnägel lackiert (mit watte zwischen den zehen und allem was dazu gehört). auf der straße spielten die jungs baseball, während andere entweder den grill anzündeten oder an einer soundstation rumhingen auf der reggaeton auf gelegt wurde.

und 50 meter luftlinie stand eine herde belgischer milchkühe auf ihrer weide, auf dem flachen belgischen land. freakshit! das war ein eindrucksvolles erlebnis am frühen mittagsmorgen! da ich auf dem weg zur dusche war, hatte ich leider keine kamera dabei, werde das aber auch so nie vergessen.

am abend ging es für uns dann direkt mit dicken beats los.

amaris y su banda de atakke.

das war mambo-merengue und merengue popular vom allerfeinsten. und hier wurde mir auch zum ersten mal wiklich klar wieviele dominikanerInnen anscheinend in belgien leben. vor der mainstage war ein meer dominkanischer flaggen zu sehen.

generell waren auf dem festival viele reggaetoneros in ihren hiphop outifts präsent, hier stachen auch die dominicanos mit dicken gürtelschnallen in formen von flaggen, ketten und republica dominicana shirts, pullovern, jacken, hosen(!), … hervor.

danach gings direkt weiter zu gente de zona aus cuba,

deren salsatonshow war wirklich der hammer . sogar reggaetonverächter nikolaus war so angetan, dass er nach der hälfte der show mit einigen anderen die bühne geentert hat.

hier noch ein pic das nikolaus im eifer des gefechts geschossen hat …

und hier die aussicht auf die crowd von der bühne aus

die leute auf dem festival waren alle extrem entspannt und gutgelaunt unterwegs.

es waren fast alle nationen des amerikanischen kontinents vertreten (sofern man das nach flaggenbekenntnissen beurteilen konnte), ich habe sogar amis getroffen.

hier nikolaus mit unserem hamburger campingplatz nachbarn tito `el bonito´, der ein sehr gutgelaunter und lustiger zeitgenosse war. mit ihm und seinen freundInnen sind wir über das festivalgelände gezogen.

da wir uns das zweite konzert von son de cali nur ca. 10. minuten angehört haben, war unser letztes konzert des festivals die bachata legenden monchy y alexandra, dessen auftritt wir leider nur zur hällfte mitbekommen haben. hier ein videomitschnitt von dem clásico hoja en blanco

während des konzerts waren nikolaus und ich im backstage, und hatten das glück amarfis und gente de zona, sowie einige sanitäter und mitarbeiter des festivals interviewen zu können.

hier mit amarfis

das was ich dann von dem konzert noch mitbekommen habe, war wunderschön. hunderte bachata tanzende paare in entspannter samstagsnacht athmosphäre. sehr schön, sehr schön… und die stimme von alexandra geht wirklich unter die haut.

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zum abschluss sind wir noch in den salsaclub des festivalgeländes gegangen, in den palacio de la salsa. das war ein zirkuszeltartiges gebilde, das innen mit spiegeln an den wänden und tragenden säulen ausgestattet war. es gab eine riesige tanzfläche in der mitte und salsa musik vom allerfeinsten. als wir ankammen hat gerade der holländisch/belgische dj cisko auf gelegt, der uns die nächsten zwei stunden auch nicht mehr von der tanzfläche gelassen hat.

dj cisko

doch am meisten hat mich ein pärchen beeindruckt, die einen cha cha aufs parkett gelegt haben wie ich es live selten geshen habe. das war für mich der krönende abschluss eines wundervollen wochenendes…

wenn nächstes jahr wieder der sommer ruft, weiß ich das meine urlaubs-, arbeits-  und lebenspläne auf jeden fall das zweite augustwochenende umschiffen müssen.

hoogstraten i’m yours.

Eine Antwort zu “antilliaanse feesten hoogstraten 2008

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